Seidenarten

Tierische Herkunft

.Es gibt im Wesentlichen zwei Seidenraupenarten, die der Seidenproduktion dienen. Das ist zum einen der Maulbeerseidenspinner (Bombyx mori), der seine Heimat in China hat, und zum anderen der Tussahseidemspinner (Antheraea mylitta), der hauptsächlich in Indien zu finden ist. Auf dem indischen Subkontinent leben zwei weitere Arten von Seidenspinnern, die von regionaler Bedeutung für die Seidenproduktion sind: Der Eriseidenspinner (Antheraea proyeli J.) und der Mugaseidenspinner (Philosamia ricini).

Maulbeerseide ist grundsätzlicher feiner und heller als Tussahseide. Letztere hat einen leicht gelblichen oder goldenen Farbton, ist gröber und auch unregelmäßiger gebildet.

Geografische Herkunft

Damit sind auch bereits die beiden Haupterzeugerländer für Seidentextilien genannt: An erster Stelle China gefolgt an zweiter Stelle von Indien.

 

Die TOP10 der Erzeugerländer 2005

 

Art der Tierhaltung

Unter Zuchtseide versteht man die Tierhaltung in Behältnissen. Die Raupen werden auf Tabletts oder in Körben gehalten und gefüttert, bis sie sich einspinnen und ihren Kokon gebildet haben. Für die Züchtung wird hauptsächlich der Maulbeerseidenspinner verwendet.

Wildseide bedeutet im ursprünglichen Sinne die Wildsammlung der Kokons vom Tussaseidenspinner, der früher als nicht zur Zucht geeignet erschien. Oft wird der Begriff Wildseide als Synonym für Tussahseide verwendet. Heutzutage werden jedoch auch Tussaseidenspinner gezüchtet, so dass der Seidenfaden nicht unbedingt aus leeren Kokons der Wildsammlung gewonnen wird.

In Indien wurden viele soziale Projekte ins Leben gerufen. um das Einkommen armer ländlicher Familien zu verbessern. Ausführliche Informationen hierzu finden Sie bei bei der Selbsthilfe-Organisation PRADAN. Sie können auch ein Dokument (PDF 1,6 MB) über Tussahseiden-Projekte herunterladen

Art der Fadengewinnung

Mit Haspelseide wird die Seide bezeichnet, bei der der Seidenfaden von den Kokons am Stück (bis zu 1000 m Länge) abgehaspelt wurd. Das bedeutet, dass der Kokon unbeschädigt sein muss. Um das Schlüpfen der Falter und damit die Beschädigung des Kokons zu verhindern, wird die Verwandlung der Raupe zum Falter vorher durch heißes Wasser oder durch Heißluft verhindert. Üblich ist auch das Austrocknen der Raupen an der Sonne, wobei diese Methode der Seidengewinnung für zertifizierte Seide nicht zugelassen ist. Haspelseide stammt also aus einer Seidenzucht.

Spinnseide dagegen heißt, dass kurze Seidenfäden zu einem verarbeitbaren Seidengarn versponnen werden. Die kurzen Stücke können von Kokons stammen, aus denen der Falter geschlüpft ist und dabei ein Loch im Kokon hinterlassen hat. Diese Kokons stammen aus Wildsammlung oder aus einer Seidenzucht, die bewusst die Falter schlüpfen lässt: Ahimsa-Seide oder non-violent silk. Ahimsa-Seide kann sowohl Maulbeerseide als auch Tussahseide sein.

Als Spinnseide wird auch Seidengarn bezeichnet, das aus Abfällen oder kurzen Stücken bei der Verarbeitung der Haspelseideproduziert wird. Das Garn ist rauher und unregelmäßiger als Haspelseidengarn. Typische Namen im Gewebebereich sind Bouretteseide und Schappeseide.

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